Alexanderplatz Hamburg auf der „Social Media Conference“ in Hamburg

Schon mal auf einer Konferenz für Social Media gewesen? Die Auswahl ist groß und eher unübersichtlich. Es ist viel Spreu dabei. Aber: es gibt auch Weizen.

Die „Social Media Conference“ in Hamburg am 5. und 6.12.2011 gehört definitiv in die Kategorie „Weizen“. Gut organisierte Veranstaltung, kompetenter Moderator, funktionierende Technik, gutes Essen. Soweit, so gut. Die Teilnehmer: Von der Krawatte bis zum obligaten Kapuzenpulli ist alles dabei. Nur die „Queen Mary“ – am Vormittag sollte sie das Dock vis-à-vis bei „Blohm & Voss“ verlassen – bleibt die Show schuldig. Zu viel Sturm.

Es gibt aber auch ohne QM2 genug zu sehen und zu hören. Den Vortrags-Reigen beginnt Nico Lumma mit einer aktuellen Tour d`Horizon zum Thema Social Media. Sein Postulat, dass Social Media etablierte Marketing-Silos zum Einstürzen bringen muss, wird auch die späteren Referenten beschäftigen und dabei nicht nur Zustimmung erzeugen.

Weitere Highlights: Michael Buck, Marketing-Chef von Dell, beeindruckt mit dem glaubhaften Beweis eines seit Jahren gelebten Social Media Alltags im Unternehmen. Sehr professionell, gut informiert und souverän. Kabarett-Qualität hat der Vortrag des Vorstands der Fidor-Bank (ganz offen: zum ersten Mal überhaupt von der Existenz dieser Bank gehört). Warum gab´s dieses Banken-Konzept nicht schon früher? Fidor – die passende Antwort auf Bankenfrust und Vertrauenskrise. Und selbst wenn Fidor nicht hinhauen sollte (was wir alle verhindern können) gibt es für den Vorstand Matthias Kröner noch eine veritable Chance als Standup Comedian. Wie lautete ein Tweet aus der Veranstaltung: Ich will ein Konto von Dir!! Chapeau, der Vortrag war einfach Spitze. In jeder Beziehung.

Mit einer sehr ästhetischen, etwas aus dem Social Media Rahmen fallenden Kampagne, ging es weiter. Siemens zeigte „unwerbliche“ Autorenfilme bekannter Regisseure, mit denen das Unternehmensimage aufpoliert werden soll. Wirklich gut gemacht und preis-würdig, muss man schon sagen. Klammheimlich wünscht sich sicher der eine oder andere Agenturmensch im Raum solch einen Kunden, der ohne Rücksicht auf den ROI ein sicher mehr als ansehnliches Sümmchen zum Filmemachen auf den Tisch legt.

Dann der Tiefpunkt des Tages. Namens der „Fachgruppe Social Media, BVDW“ hält der Referent, gleichzeitig Mitarbeiter der VZ-Netzwerke, eine peinliche Vertriebs-Präse zum bevorstehenden Relaunch bei VZ. Wenn es überhaupt noch Sympathie für die schwächelnden VZ´s im Auditorium gab – spätestens jetzt hatte ihnen der Referent den Rest gegeben.

Der weitere Nachmittag führte mit kurzweiligen Vorträgen zu juristischen Fragen, der Nutzung des Open Graphs, einem sehr sympathischen Einblick in den Alltag einer kleinen Social Media Agentur und dem Thema Social Shopping. Networking dann am Abend bei Bier und Currywurst im Stage Club. Kleiner Eintrüber zum Schluss: Muss man auf der eigentlich sehr netten Abendveranstaltung noch nerviges Powerdating verkaufen, liebe Veranstalter?

Morgen ist noch ein Tag. Fortsetzung folgt.

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Eine Antwort zu “Alexanderplatz Hamburg auf der „Social Media Conference“ in Hamburg”

  1. Prima beschrieben. Macht definitiv neugierig! – Schade, zu spät gelesen…

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