Alexanderplatz Hamburg auf der „Social Media Conference“ in Hamburg – Teil 2

Tag 2. Der Blick aus dem Fenster des Empire Riverside Hotels glich dem ersten Thema der „Social Media Conference“ in Hamburg: Ein wahrer „Shiet-Storm” ergoss sich über die Schöne und Hansestadt Hamburg.

Während der Vortragende Mirko Lange, seines Zeichens Geschäftsführer der Agentur talkabout communications, dem berüchtigten „Shitstorm“ im Web durchaus noch Positives abgewinnen konnte, wurden wir mit Wind und Wetter den gesamten Tag nicht warm.

Doch zurück zum Thema Shitstorm und Social Media. Für viele Unternehmen auch heute immer noch ein Grund, Social Media mit Vorbehalten zu begegnen und mit Zurückhaltung umzusetzen. Es gehe um die Wertschätzung der Fans, so der Tenor von Mirko Lange. Solange ein Unternehmen seine Fans wertschätze, könne es auch mit Kritik und einem daraus resultierenden Shitstorm umgehen. Es gehe immer darum, einen der Kritik angemessenen Prozess in Gang zu bringen. Zuhören, statt eindimensional zu senden, das sei die eigentlich Herausforderungen für Unternehmen im Web 2.0. Wir dürfen gespannt sein, was passiert wenn Herr Lange zusammen mit der Deutschen Bahn am 08.12. den Facebook-Account aktiviert. Am 11.12. kommt die nächste Preiserhöhung und ja, mit Blick auf den Kalender, wird auch bald der Winter in Deutschland einkehren.

Während die Deutsche Bahn also auf Facebook zurückkehrt, empfindet Carlo Bewersdorf, Geschäftsführer von Asstel ProKunde Versicherungskonzepte, Facebook als ungeeignet für die Versicherungsbranche. Er setzt lieber auf Twitter und Blogs mit persönlichen Ansprechpartnern. 20% der Arbeitszeit dürfen sich die Social Media Ansprechpartner mit Twitter und Blog beschäftigen.

Die Frage, wie viel Zeit Social Media beanspruchen darf, wurde auch in späteren Beiträgen immer wieder aufgegriffen. Hier gehen die Meinungen bei Kunden wie auch bei Agenturen weit auseinander. Manche plädieren für 9 to 5 Stunden im Web 2.0, andere fordern den 24/7 Job.

Frank Horn, Marketing Director International Digital bezeichnet Social Media gar als Fieber, gegen das er die Homepage als Aspirin empfiehlt. Die neu konzipierte Website Schwarzkopfs geht hier tatsächlich ungewöhnliche Wege. Produkte findet man frühestens ab der vierten Navigationsebene, die Seite ist als Beratungstool rund um das Thema Haare angelegt. Mehr ein Blog also, um wieder die Brücke zum Web 2.0 zu schlagen. Immerhin beschäftigt Herr Horn Redakteure des Condé Nast Verlags als Contenterzeuger. Und nein, 7-stellige Budgets gäbe es dafür nicht, so Herr Horn. Da es in diesem Vortragblock auch um die Frage Inhouse vs. Agentur ging, räumte Frank Horn ein, sogar 5 verschiedene bei der Entwicklung der neuen Website eingesetzt zu haben. Er glaube an das Spezialistentum bei den Agenturen und nicht an DIE Agentur, die alles könne.

Die Frage, ob Agentur oder nicht, wurde auch im nächsten Beitrag nicht beantwortet. Das hätte aber sicherlich auch verwundert, waren doch eine Vertreterin des Kunden Burger King mit ihrer Agentur die beiden Vortragenden. Am Ende einigte man sich auf ein „gemeinsam“ mit klarer Aufgabenteilung.

Im Nachmittagsblock ging es im Schwerpunkt um das Thema Monitoring. Auf die Frage, wer sich im Auditorium bereits mit Monitoring beschäftige, gingen maximal fünf Hände hoch. Überraschend für eine Social Media Conference.

Zumal Erhebungen bei Google Insights 2011 deutlich mehr Suchanfragen in Deutschland ergeben als in den USA. Vielleicht liegt es aber auch an den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten, die einem Monitoring bietet oder an der unübersichtlichen Vielzahl an Anbietern, die kaum ein Unternehmen überblicken kann. Bei der Auswahl steht sicherlich die Zielsetzung im Vordergrund und mit dem ersten Ergebnis erfolgten Monitorings im Dashboard die ausführliche Analyse und Auswertung. So kamen alle Vortragenden zu dem Schluss, dass trotz vieler Automatismen noch eine Menge Brain in ein umfassendes und v.a. Ergebnis lieferndes Monitoring gesteckt werden muss.

Ein Geheimtipp am Rande. Wenn Sie wirklich wissen wollen, was Deutschland über Ihr Unternehmen denkt, monitoren Sie www.chefkoch.de.

Das Ende der „Social Media Conference“ beschäftigte sich mit der Frage, „What’s next?“ bzw. was kommt nach Facebook?

Ob der Social Media Kanal Nummer 1 in fünf Jahren noch Facebook heiße, so der Abschlussredner Benjamin Loos, sei dahingestellt. Sicher sei nur, dass sich die Kommunikation, die sich jetzt im Web 2.0 etabliert, nicht umzukehren sei. Digital Natives sitzen nicht mehr im Familienbund ab 20 Uhr zuhause vor dem Fernseher. Darauf müssen sich Unternehmen heute einstellen. Ob diese Entwicklung gut ist oder nicht, sei dahingestellt. Niemand kann sich der allumfassenden Kommunikation entziehen. Auch wenn im Auditorium für eine „Schweigeminute“ unter Vogelgezwitscher jedes Mobile weggelegt und alle Laptops geschlossen wurden. Es fällt schwer, nicht nicht zu kommunizieren.

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Eine Antwort zu “Alexanderplatz Hamburg auf der „Social Media Conference“ in Hamburg – Teil 2”

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